Textagentur vs. Texterbörse: Dumpingpreise unter Textern

  28. August 2012
2 Kommentare

Gastbeitrag von Daniel Bönnighausen:

Ein leidiges Thema, dass ständig besprochen und diskutiert wird. Eine Lösung gibt es dabei nicht wirklich und auch ändern wird sich da nicht mehr viel. Die Dumpingpreise unter Textern gehen weiter und es ist eine Zerreißprobe für jeden Texter, der auf eigenen Beinen stehen will und sich von Texterbörsen fernhält. Wer hat den Rundumschlag nun verdient? Die Texterbörsen, die Texter oder die Auftraggeber?

Erst gestern ist mir wieder ein sehr gutes Fallbeispiel über den Weg gelaufen, dass die derzeitige Situation sehr gut erklärt. Jemand schrieb ein Angebot für eine Reihe von Texten aus, dabei waren minimale Recherchearbeiten zu tätigen und es sollten Wortanzahlen pro Text von weit über 300 erreicht werden. Allerdings wollte diese Personen weniger als 0,005 Euro pro Wort zahlen. Ein Wortpreis somit unter 1 Cent pro Wort. Also unterbreitete ich ein Gegenangebot mit einem Preis der mir dabei pro Wort vorschwebte. Verständlicherweise möchte ich diesen hier nicht nennen.

Ich bekam daraufhin eine Antwort, in der mir mitgeteilt wurde, dass diese Person für etwas über 1 Cent pro Wort ausgezeichnete Texte von erstklassigen Autoren bekommen würde und ich mit meiner Preisvorstellung keine Aufträge bekommen würde. Meine Abrechnung am Ende des Monats spricht da natürlich ein anderes Blatt, aber so eine Antwort grenzt schon an eine sehr große Lachnummer.

Der ewige Kampf der freischaffenden Texter und der Texterbörsen

Kommen wir mal weiter im Text worum es eigentlich geht. Bei meinen Anfängen habe ich selbst versucht auf Texterbörsen Texte zu verfassen. Die Bezahlung ist mau und die Briefings waren teilweise sehr schlecht formuliert. Die Folge war eine Nachbearbeitung des Textes. Eine gesonderte Vergütung gab es dafür nicht. Anbei möchte ich deshalb auf den Beitrag von Ralf eingehen, der hier auf die Thematik der Wichtigkeit der richtigen Briefings eingegangen ist.

Nun gut, ich verabschiedete mich also von den Texterbörsen und arbeite nun selbständig unter boetech.de als Online-Redakteur und Blogger. Aus diesem Grund konnte ich mir innerhalb des letzten Jahres ein sehr genaues Bild über beide Optionen machen. Mir sind dabei ein paar grundlegende Problematiken aufgefallen.

Zunächst gibt es die Texter die einen Dumpingpreis ansetzen. Ich arbeite schon recht günstig und trotzdem scheine ich immer noch zu teuer zu sein. Hat Qualität nicht ihren Preis? Auch ich habe Texter Aufträge für Dumpingpreise zu Beginn erteilt, mittlerweile gehe ich von dieser Schiene weg, da auch ich meine Preise habe und dieses enorme Preisdumping nicht mehr unterstützen möchte.

Ein weiteres Problem sind aber auch die Auftraggeber und da schieße ich nun auch gezielt mal in Richtung der Suchmaschinenoptimierer. Oft genug habe ich es in der Vergangenheit erlebt, dass diese nicht bereit waren einen höheren Preis zu zahlen. Auch hier scheinen sich einige an die 1 Cent Autoren zu wenden. Schade eigentlich, statische Texte sind Texte für die „Ewigkeit“ und sollten daher auch ihren Preis Wert sein. Warum also nicht die Mehrkosten auf sich nehmen? Wobei hier Mehrkosten relativ ist und eher von mir unglücklich als Begriff gewählt wurde. Es ist eine Arbeit die auch entsprechend entlohnt werden sollte.

Wo liegen nun aber die Vorteile der höheren Ausgaben für Texter?

Natürlich muss es auch einen Grund geben warum sich jemand die höheren Ausgaben gefallen lassen sollte, solange es Leute gibt die für viel weniger Geld arbeiten würden. Die Frage wird durch den Service beantwortet. Wie persönlich sind Texterbörsen? Sehr unpersönlich, zumindest würde ich dies so beschreiben. Der direkte Kontakt mit dem Texter oder auch von der anderen Seite betrachtet mit dem Auftraggeber hilft sich besser verstehen zu können. In der Vergangenheit zeigte sich bei mir, dass eine persönliche Ebene eine Vertrauensbasis schafft.

Der Auftraggeber kann immer gleichbleibende Qualität erwarten und Absprachen schneller, einfacher und direkter führen. Freie Texter bieten Service an. Sie pflegen die Artikel bei Wunsch ein, sprechen über Verbesserungen und bringen ihre eigenen Ideen mit hinein. Zumindest arbeite ich so.

In der Zukunft muss sich in der Preisgestaltung einiges ändern. Der Lebensunterhalt eines Texters muss auch finanziert werden. Wie einige also bei diesen Preisen davon Leben können ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Mich würde dazu aber gerne noch eure Meinung interessieren.

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2 Antworten auf Textagentur vs. Texterbörse: Dumpingpreise unter Textern

1.

Frank Doerr

28. August 2012, 12:55 Uhr

1. Hochwertige Texte sind Geld wert.
2. Suchmaschinenoptimierer brauchen oft große Mengen an Texten, denen allerdings nur begrenzte Budgets (oftmals von Seiten der Kunden) gegenüberstehen.
3. Solche Textorder richten sich in erster Linie nicht an hauptberufliche Texter, sondern Menschen, die sich nebenher etwas dazu verdienen wollen, oder Texter, die noch Ressourcen frei haben und hier über Textbörsen einfach bedient werden.

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2.

DanielB

28. August 2012, 21:49 Uhr

Wenn sich die Textorder nicht hauptberuflich an Texter richten, warum werden sie dann so genutzt?

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