SEO und so: Warum Content Marketing alles ändern könnte

Content

Am sechzehnten April 2010 war alles genau wie heute. Content galt offiziell als King, gute Websites standen hoch im Kurs und man wollte Google überzeugen. „Meine Webseite ist die Beste! Mein Text ist der Relevanteste!“ „Meine Dichte die höchste.“ Heute, genau drei Jahre später, scheint sich auf den ersten Blick viel geändert zu haben. Wo geht es hin im Online Marketing und wie weit sind wir schon?

 Es gab ein paar spannende Vorträge und Veröffentlichungen eines gewissen Herren Karl Kratz, der fast alle Online-Marketer in Aufruhr brachte. Nervös rutschten sie auf ihren Stühlen der SEOKOMM, SEOCampix, größeren und kleineren Veranstaltungen hin und her. So etwas wie wdf*idf hatten sie noch nie gehört. Auch sonst klangen die Thesen des großen Mannes total plausibel, na klar: Man muss Google beweisen, dass die Seite kein Spam ist, zum Beispiel. Liegt doch auf der Hand. Ich muss einen klaren Fokus beweisen, denn wer braucht schon einen Text, in dem es um alles und nichts geht? Ich brauche einen „guten“ Aufbau innerhalb des Textes und auch auf der umgebenden Website. Und, das zeigten auch Karl Kratz Beispiele für erfolgreiche wdf*idf Landing Pages, ich brauche einen riesigen Beitrag, mit vielen Videos, Bildern, Grafiken, prägnanten Zwischenüberschriften und, und, und.

An der Oberfläche kratzen

tapezierer

Wir sind nach Hause gekommen, haben unser Badge zu den anderen gehängt und erst mal alles sacken lassen. Zu tief, wie es scheint. Nach wie vor produziert die Online Marketing Branche zu viel Daten-Abfall und Content-Müll, den niemand braucht. Ein paar Tools haben die erweiterte Keyword-Dichte wdf*idf inzwischen in ihr Programm aufgenommen. Der Hype sorgt dafür, dass Texter ihre Beiträge jetzt nach der wfd*idf-Formel optimieren dürfen, damit der Beitrag auch ganz sicher rankt. SEOs wollen sich nach wie vor abgrenzen von den „Content Boys“ und auch von den Journalisten, die ohnehin ganz langweilig sind, unbewaffnet, weit entfernt, Texte mit teuren Tools und virtuellen Schablonen in Form zu gießen. Die Online Marketing-Branche denkt, sich neu zu erfinden und schreit den Namen eines genialen Denkers und noch besseren Umsetzers laut hinaus, der versucht hat, ihnen auf die Sprünge zu helfen. In Wirklichkeit ist das Prinzip idf*wdf natürlich genial. Es beschreibt technisch einen Teil dessen, was gute Inhalte ausmacht. Abwechslung, Vielfältigkeit und Fokus, was mich von Spam unterscheidet, eine klare Struktur, die dem Nutzer beim Erfassen und Verstehen hilft, Allgemeingültigkeit, die verlinkt und geteilt werden kann und Spannung, die zu höherer Verweildauer führt. Alles gut. Nur ist, wie Karl Kratz selber betont und wiederholt, Termgewichtung natürlich nur ein kleiner Teil dessen, was unsere Website zu einer guten Website macht. Und generell kann die technische Beschreibung nur ein Hilfsmittel von vielen sein. „Wir“ hätten es aber so gerne anders…

Nutzen bieten, Geld verdienen

mann-giesst-geld-pflanzeDas mit dem Content Marketing kann richtig anstrengend werden. Darüber sprechen, ist hingegen einfach. Hat jemand die Lösung parat, um auf einmal journalistisch zu arbeiten? Wissen wir überhaupt, was das ist? Eine Lösung muss her, schließlich wollen wir Geld verdienen! Affiliates, Berater, Webmaster und In House SEOs, uns eint der Wunsch nach Arbeit, die Bares bringt. Was dabei herauskommt, wenn wir mit dem Euro-Zeichen in den Augen Maßnahmen planen, ohne an den Nutzen des Empfängers zu denken, will man oft kaum glauben. Da „rankt“ ein namhafter Online-Shop auf Googles Platz 1 zum Traum-Keyword; die Agentur des virtuellen Kaufhauses ist aber noch nicht zufrieden; sie hätten gerne Inhalte auf der Seite, die man nicht mehr verstecken muss. „Auf geht’s, above the fold!“ Gute Idee. Aber in diesem Fall, keine Chance. Wenn neuer Content, dann aber mit einer gewissen Dichte, bremst der Kunde ein. „Google braucht das“. Der SEO-Berater des Kunden hat entschieden. Keyword, Fülltext, Fülltext, Keyword. „Grafiken? Wozu denn? Bilder? Haben wir oben schon!“ Ob er wohl auf den Vorträgen war? Hier ist noch nicht mal wdf*idf angekommen. Aber es würde auch nichts ändern. Selbst Karl kann hier nichts ändern. Solange die Leidenschaft fehlt, fehlt ein sinnvoller Antrieb, der wahren Mehrwert für den Empfänger schafft. Irrglauben an Zauberformeln, Keyword-Dichte und pauschale Rezepte für erfolgreiche Websites sind aber nicht die Probleme. Fehlende Leidenschaft und Spaß an kreativer Arbeit vierteln unser Potential, wenn nicht schlimmer. Wenn ich ein Zahlenverdreher bin, sollte ich nichts mit den Inhalten und der Gestalten der Unternehmensseiten zu tun haben. Genau so, wie die meisten unserer Autos nach wenigen Jahren beginnen, auseinander zu fallen, bersten auch unsere Fußstapfen und die unserer Vorgänger, die versucht haben, aus Kunst Technik und Prinzipien zu machen. Oder, noch schlimmer, die versuchen, Kunst ohne den Künstler zu „produzieren“.

Ja, Content ist Kunst

farbpalette

Ok, runterkommen. Alles ist gut. Das Cheat-Sheet von Karl Kratz schafft einen tollen Überblick dessen, was schon vor Jahren und Jahrzehnten funktionierte. Unser Gehirn arbeitet die meiste Zeit über mit laut oder leise formulierten Worten, Sätzen und natürlich Bildern. Content Marketing ist viel mehr, als die Möglichkeit des „linkless outrankings“. Wir schaffen gemeinsam mit dem Besucher unserer Websites eine Welt – er gibt uns vor, was ihn interessiert, wir filtern die Information und geben Sie anregend und verständlich wieder. Content Marketing ist ein Modebegriff, aber dahinter verstecken sich Mechanismen, die bereits zu Hochzeiten der Keyword-Dichte aktuell waren und funktioniert haben. Zum Beispiel, kennst Du sicher: „mobil“, das Kundenmagazin der Deutschen Bahn. Liegt im Zug und wird von Leuten gelesen, die sich das Ticket schon gekauft haben. Hier geht es weder darum, Fahrgästen Produkte anzudrehen, noch darum, zu manipulieren. Hier geht’s einfach nur um gute Inhalte, mit denen sich das Unternehmen begehrenswert macht. Ein anderes, ganz anderes Beispiel: Die drive NEWS von Drive Medical, einem Hersteller von Hilfsmitteln für Bad, Dusche und WC. Hier geht es nicht um Züge, sondern um Mobilität zu Hause. Die auf dünnes Papier gedruckte und online verfügbare Kundenzeitung berichtet über Gehstöcke, Rollstühle, Dusch-Toilettenrollstühle, aber auch über gesunde Ernährung, Tipps für die Körperpflege im Alter und Lifestyle! Warum bringen Unternehmen diese aufwändig produzierten Medien heraus und werden teilweise zum Verleger? Nicht, um die Seiten vollzubringen. Wenn ich keine Werbung betreibe, dann gewinne ich Kunden mit offen ausgesprochenen Gedanken und Wissen, das ihn begeistert. Wir sind dann auf einer Wellenlänge, wir sind „eins“, trotzdem hat jeder seine Rolle. Der eine produziert, der andere konsumiert. Und wir lernen voneinander, über Kommentare, Social Media und Leserbriefe. Über Absprungraten, Verweildauer, Keyword-Analysen und Umfragen. Online gehört dazu auch die Essenz dessen, was Karl in seinen Vorträgen, Posts oder dem Cheat Sheet andeutet. Produziere in der Vermarktung etwas, das es wirklich verdient hat, gefunden zu werden. Es ist doch so einfach…

Und doch so schwer

tafelGute Websites, gute Artikel, Grafiken, Bilder, Konzepte entstehen nicht von alleine. Und sie entstehen sicher nicht auf dem Schreibtisch des oben genannten In House SEO, der sich mit Google zwar gut auskennt, aber überhaupt keine Lust hat, sich mit seinen Kunden oder den Kunden seines Unternehmens auszukennen. Die nämlich lieben gute Inhalte! Die lieben aber auch positive Emotionen, die mögen sich auch mal aufbringen und die wollen unterhalten werden. Das Kaufen geschieht fast nebenbei, wenn ich mit dem Kunden auf einer Welle schwimme. Wirtschaftlicher Erfolg gehört beim Content Marketing dazu, allein deshalb, weil der, der Nutzen bietet, Geld verdienen muss, um ihn morgen wieder zu bieten. Wir schalten uns dabei auch synchron mit Google – einer richtig guten Suchmaschine, die richtig gute Inhalte auftut. Kunde, Suchmaschine, ich selber, wir müssen lieben, was ich produziere und veröffentliche. Dafür brauchen wir Profis, die unsere Leistungen, Produkte und Angebote in mehr als eine „spannende Geschichte“ verpacken. Die nicht nur gut mit der Creative Suite umgehen können. Werber, alte Medienhasen sind hier zum Beispiel klar im Vorteil, wissen aber oft gar nicht, was sie mit ihrem Können online so alles anstellen könnten. Und auch der Journalist ist den Handlangern auf Textbörsen um Meilen voraus, wenn er nicht das schreibt, was der Auftraggeber gerne hätte, sondern das zu Tage fördert, was der Kunde gerne hätte.

Wir haben ein Qualitätsproblem. Nicht nur wir Online-Musketiere. Wir haben vorher von den Autos gesprochen. Man könnte es überall anders, zum Beispiel auch bei Anwälten auf die Spitze treiben. Da sollen, so sagte mir ein Freund, auch 90 Prozent „Befehlsempfänger“ unterwegs sein, die mehr schlecht als recht durch die Staatsexamina getaumelt sind und jetzt mit möglichst wenig Arbeit möglichst hohe Honorare aufrufen möchten. Und in ihrem eigenen Saft schwimmen. Wahrscheinlich gibt es in jeder Branche diese 90 Prozent, die es mit der Leidenschaft für die eigene Kunst nicht so haben. Das Online Marketing ist also keine Ausnahme, aber eine sehr junge Branche, die sich noch immer selbst neu erfindet, jeden Tag. Festgefahrenes können wir noch einfach korrigieren. Für unsere Kunden, Auftraggeber, Arbeitgeber. Wir haben jede Menge Arbeit vor uns. Und wir lieben es, dabei zu sein.

 

Tipp: Im Bereich Content Marketing kooperieren wir mit der WORTLIGA GmbH und setzen Projekte gemeinsam um, in denen zum Beispiel Infografiken und redaktionelle Beiträge gefragt sind. Die WORTLIGA ist ein Anbieter hochklassiger, redaktioneller Standardprodukte, und nimmt ihre Rolle im Content Marketing mit journalistischen Inhalten ein. Und Weddig & Keutel macht alles schön bunt :-)

 

Tipp 2: Mit linkbutler optimieren Sie Ihren Content Marketing Prozess ins Besondere bei der Recherche von Linkquellen (Domainrecherche), bei der Verwaltung von Kooperationspartnern und Ansprechpartner der Linkquellen und dem Versand der Linkanfragen. Verbreiten Sie Ihre Inhalte an die verschiedenen Zielgruppen (PR, Multiplikatoren, einfache Webmaster) mit Hilfe von E-Mail-Vorlagen. Über die Statistiken kann das Mailing schließlich ausgewertet werden.

 

Bildrechte:

schilder:

© bröc – Fotolia.com

Tapezierer:

© Tom Bayer – Fotolia.com

Mann gießt Pflanze:

© alphaspirit – Fotolia.com

Tafel:

© peshkova – Fotolia.com

Farbpalette:

© Robert Kneschke – Fotolia.com

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