Interview mit Malte Landwehr inklusive Themenspecial

  14. August 2012
3 Kommentare

Nach dem das Sommerloch wieder etwas zu verfliegen scheint, haben wir uns wieder um interessante Interview-Partner gekümmert und sind froh mit Malte Landwehr wieder einen wirkliches Highlight gefunden zu haben.

Für alle, die Sie nicht kennen, stellen Sie sich bitte kurz vor:

Moin! Ich bin Malte Landwehr, 25 Jahre jung und lebe in Münster, wo ich zurzeit meinen Master in Informatik mache, um anschließend über Social Media Analytics und Analyse sozialer Netzwerke zu promovieren.

Nebenbei bin ich als selbstständiger SEO, Webmaster, Blogger, Affiliate usw. unterwegs. Dabei konzentriere ich mich auf eigene Projekte, berate aber hier und da auch mal Kunden in Online Marketing-Fragen.

Wann war Ihr erster Kontakt zu Online Marketing und SEO?

Ich habe als Teenager mit Freunden eine lokale Online-Community mit einemForum, einer Galerie für Partyfotos usw. betrieben. Der Übergang vom Hobby zum Instrument, um Geld zu verdienen, war relativ fließend und begann 2002. Als Schüler hatte ich natürlich kaum Geld und SEO war etwas, das man auch ohne Budget machen konnte.

Wie hat sich Online Marketing seit damals verändert und wo liegt die Zukunft?

Die beiden wichtigsten Buzzwords im Online Marketing sind zurzeit Social Media und Mobile. Beides gab es 2002 noch nicht! Dinge wie MySpace (2003), Xing (2003), Facebook (2004), StudiVZ (2005) oder das iPhone (2007) mussten erst erfunden werden und haben die Gestalt des WWW fundamental verändert.

Die wichtigste Veränderung ist wohl die Professionalisierung der Online Marketing-Welt, die mittlerweile sogar bei den SEOs angekommen ist. Das hat viele Vorteile, weil heute fast jeder Firma klar ist, dass sie in Online Marketing investieren muss und entsprechende Budgets bereitgestellt werden. Auf der anderen Seite führt es natürlich dazu, dass die Szene nicht mehr aus Verrückten besteht, die Online Marketing leben, sondern durch 9-to-5 Anzugträger aufgeweicht wird.

Die Zukunft sehe ich darin, echte Mehrwerte zu schaffen, die die Bedürfnisse der Zielgruppe befriedigen. In einigen Jahren wird es vermutlich undenkbar sein, noch Suchmaschinenoptimierung oder Social Media zu machen, ohne Ressourcen für die Optimierung der Usability und Conversion Rate zur Verfügung zu stellen.

Wie sieht der richtige Mix der verschiedenen Online Marketing Maßnahmen für Sie aus?

Eine allgemein passende Lösung gibt es nicht. Das wichtigste ist, den individuellen, passenden Mix zu finden. Wenn ich einen komplett neuen Markt erschaffe, dann ist SEO nur ein Ding, das nebenbei mitläuft. Natürlich ist in einer solchen Situation eine SERP-Domination relativ leicht zu erreichen, jedoch sollte der Fokus auf der Neukundengewinnung liegen und solange niemand nach meinem Produkt sucht, erhalte ich Reichweite effizienter über Bannerwerbung, Affiliates, Mailings oder Social Media.

Nicht mal für konkrete Website-Typen ist es möglich, ein einheitliches Konzept zu formulieren. Es gibt Shops, für die Social Media funktioniert, die aber bei AdWords keine Chance haben, weil dicke Fische wie Amazon dank größerer Warenkörbe und höherer Customer-Lifetime-Values bei den Klickpreisen mehr Luft nach oben haben. Umgekehrt gibt es B2B-Shops, für die AdWords ein Segen ist, nach denen auf YouTube, Facebook und Twitter aber kein Hahn kräht.

Daher kann ich nur raten: Iterativ immer wieder alles ausprobieren und den ROI messen. Instrumente, die nicht funktionieren, verwerfen oder verbessern. Dinge, die klappen, skalieren.

Was sind Ihre Lieblingswebseiten, Blogs ….?

Die Websites, auf denen ich die meiste Zeit verbringe, sind Outlook und Google Kalender. Beides sind aber eher SaaS-Tools und das hast du mit der Frage vermutlich nicht gemeint.

Eine absolut geniale Website ist das Tumblr Blog Social Media ConepterDoingSocial Media Concepts.

Ihre größten Marketing oder Firmen Erfolge, auf die Sie stolz sind?

Die stehen hoffentlich noch vor mir!

Was tun Sie genau zurzeit genau und womit verdienen Sie Ihr Geld?

Wie eingangs bereits erwähnt, betreibe ich eine Reihe eigener Websites und bin als Affiliate tätig.

In meinem Consulting-Job dreht sich fast alles um Konzepte, bzw. das Prüfen von Konzepten auf ihre Tauglichkeit. Das kann die Analyse eines bestehenden Online Shops in Hinsicht auf SEO-Faktoren inklusive konkreter Handlungsempfehlungen sein oder eine virale Kampagne mit mehreren sozialen Profilen und Ansprache von Bloggern und Journalisten.

Außerdem unterstütze ich Agenturen und Inhouse-Abteilungen beim Aufbau hochwertiger Backlinks abseits des üblichen Umfelds von Expired Domains und Linkverkauf-Blogs.

Zusätzlich werde ich ab Oktober zwei Tage die Woche für die Westfälische Wilhelms-Universität Münster arbeiten. Da geht es um Forschung im Bereich Informationswissenschaften. Mein Schwerpunkt werden die Analyse sozialer Netzwerke und Social Media Analytics sein.

Was passiert gerade besonderes interessantes in der SEO und OM Welt? Und was können Sie uns an Details dazu sagen?

Eine Sache, die sich 2012 jeder anschauen sollte muss, ist Google Plus. Man werfe einfach mal einen Blick auf die Suchergebnisse für den Begriff „Lastminute“. Jeder der oben platzierten Werbebuchenden hat eine Google Plus Page! Würde jetzt z.B. Ab-in-den-Urlaub darauf verzichten, hätte ihre Anzeige einen Link und eine Zeile weniger. Das klingt nicht sehr beeindruckend, ist aber Platz, auf den man de facto verzichtet. Hinzu kommt der SocialProof, den eine Aussage wie „277 Personen geben +1 oder folgen Ab-in-den-Urlaub“ gibt.

Abbildung 1 Google Plus in den SERP für „lastminute“

 

Wie oft nutzen Sie Xing, Twitter, Facebook und Co?

Google Plus und Facebook laufen eigentlich immer mit während ich arbeite. Dabei trenne ich in Facebook nicht zwischen privat und beruflich. Das heißt, dass ich auch während ich arbeite private Nachrichten von Freunden lese und umgekehrt SEO-News lese, nachdem ich aufgestanden bin oder bevor ich ins Bett gehe. In Twitter schaue ich nur, wenn ich mir einen Überblick über aktuelle Online MarketingNews verschaffen möchte.

Neben den dreien, gibt es kein Social Network, das ich regelmäßig aktiv ansteuere. Xing und LinkedIn besuche ich nur, wenn ich etwas nachschauen möchte oder eine E-Mail Benachrichtigung erhalten habe.

Warum und wie nutzen Sie Social Web, beruflich oder privat?

Twitter, Google Plus und Facebook sind gute Quellen, um sich über aktuelle Online MarketingNews zu informieren. Insbesondere Twitter ist dafür ideal. Neben dem Informieren sind es natürlich auch Plattformen zum Netzwerken und um eigene virale Kampagnen anzustoßen.

Das einzige soziale Netzwerk, das ich privat benutze, ist Facebook. In meinem Freundeskreis ist fast jeder dort und es ist sehr gut geeignet, um mitzukriegen was im Leben meiner Freunde vor sich geht, insbesondere derer, die nicht in meiner Nähe wohnen. Auch Terminabsprachen zu Kinobesuchen, Grillabenden, usw. laufen über Facebook.

Wie stellen Sie sich Ihre berufliche Zukunft vor?

Wie oben schon angedeutet, plane ich die nächsten Jahre mit einer Promotion zu verbringen. Daneben ist leider nicht Zeit für mehr als das, was ich aktuell auch mache.

Aber da ist nichts in Granit gemeißelt und wenn sich etwas Spannendes ergibt, kommt vielleicht auch alles ganz anders ;-)

Welchen Tipps können Sie Neueinsteigern geben?

Auch hier muss ich leider unkonkret antworten: Es kommt stark auf die eigene Situation an. Einem Schüler oder Studenten würde ich einen Nebenjob in einer relevanten Firma empfehlen. Idealerweise bei einer Agentur, die einen 50-50 Split zwischen eigenen Projekten und Kunden macht, weil man dann beide Welten kennenlernen kann. Nach spätestens 3 Monaten sollte man dann in der Lage sein, ein erstes eigenes Projekt hochzuziehen.

Wer einen nicht-online-affinen Vollzeitjob hat, der bestellt sich am besten „Das große Online Marketing Praxisbuch“ von Dominik Wojcik und Andre Alpar. Nach der Lektüre sollte man das erworbene Wissen an einem ersten eigenen Projekt umsetzen. Ich persönlich würde zu einem Blog in einer Nische, die einen persönlich interessiert, raten, weil man da am ehesten über aus eigenem Fachwissen resultierende, gute Inhalte punkten kann. Außerdem sind Trackbacks ein super Instrument, um sich schnell mit wichtigen Playern, die in der gleichen Szene aktiv sind, zu vernetzen. Am besten auf Basis von WordPress, denn dafür gibt es diverse Plugins, Templates und Anleitungen im Netz und man muss das Rad nicht ständig neu erfinden.

Themenspecial 1:

Richtiger Linkaufbau:

Seit dem Pinguin Update von Google hat sich vieles verändert, wo sehen Sie die Veränderungen im Linkaufbau gerade bei den Agenturen?

Da ich als Fulfillment -Dienstleister viele Agenturen und Inhouse-Abteilungen beim Linkaufbau unterstütze (*hüstelchen*), habe ich einen recht guten Überblick über den Bereich Linkaufbau. Veränderungen sind mir primär in zwei Bereichen aufgefallen: Linktexte und Auswahl der Domains für dieLinkaquise.

Bei den Linktexten hat mittlerweile fast jeder begriffen, dass man, um mit „Kredit“ auf Platz 1 zu ranken,nicht 20 Links mit dem exakten Linktext„Kredit“ proMonaten aufbauen muss. Es wird jetzt sehr viel häufiger mit der URL, dem Brand oder Begriffen wie „hier“ verlinkt. Und wenn es dann doch Keyword-Links sein sollen, dann ist es kein Exact-Match mehr, sondern etwas wie „hier über Kredite informieren“.

Eine negative Folge dieses Vorgehens ist, dass jetzt viele Linkverkauf-Blogs existieren, die mal einen Artikel haben, in denen aus dem Text verlinkt wird, dann wiederum Artikel, in denen mit URLs verlinkt wird, usw. Da ich keine echten Blogs oder News-Seiten kenne, die sich so verhalten, sehe ich hier ein neues Footprint, nach dem Google Ausschau halten könnte.

Der zweite große Shift hat bei den Faktoren stattgefunden, nach denen Domains ausgewählt werden. Domains mit PageRank, hoher Domain-Pop, hoher SEOmoz-Authority usw. werden nicht mehr gern genutzt, wenn es an Sichtbarkeit in Google mangelt.

Leider macht sich dabei fast niemand die Mühe, wirklich zu prüfen ob die Domain für ihren Title rankt. Stattdessen verlässt man sich lieber auf einen der Sichtbarkeitsindizes der diversen Toolanbieter. Das hat dann zur Folge, dass sehr, sehr gute Domains nicht zum Linkaufbau herangezogen werden, weil sie nur 5 Unterseiten haben und daher natürlich kaum Sichtbarkeit. Ebenso gibt es Nischen, die von den Tools über- oder unterbewertet werden. Ich habe ein aktuelles Beispiel mit zwei Websites aus komplett verschiedenen Themenbereichen mitgebracht:

Abbildung 2 Die Besucherzahlen aus Analytics sind die Besuche aus organischer Suche in den letzten 30 Tagen.

 

Die Website in Nische1 wird von Sistrix extrem überschätzt. Und weil Sistrix in Deutschland nun mal der Quasi-Standard für Sichtbarkeit ist, bekommt sie auch unverhältnismäßig viel mehr Linktausch-Anfragen als meine anderen Seiten.

Das ist natürlich nicht die Schuld von Sistrix, sondern eine natürliche Folge aus der Art der Datenerhebung. Ich könnte auch für jeden anderen Toolanbieter entsprechende Ausreißer finden. Nur fällt es mir bei Sistrix am stärksten auf, weil so viele Agenturen damit arbeiten und durchaus ganz konkrete Forderungen wie „Sistrix-Sichtbarkeit > 0,01“ stellen.

Ein solcher Fokus auf Kennzahlen aus fremder Hand ist gut, um große Domainportfolios schnell nach interessanten Seiten zu scannen, führt aber auch dazu, dass man viele Perlen übersieht.

Jeden Link, der mir echte Besucher bringt, halte ich grundsätzlich für gut. Dies versuchen viele SEOs mit den bereits erwähnten Sichtbarkeitsindizes zu approximieren. Für wesentlich sinnvoller halte ich aber die bereits 2009 von Hanns Kronenberg (damals noch kein Sistrix-Mitarbeiter) vorgestellte SEO-Effizienz. Die Idee ist, nicht die Sichtbarkeit einer Domain zu bewerten, sondern die Sichtbarkeit pro 1.000 Unterseiten. So bekomme ich einen viel besseren Eindruck davon, wie viel Ranking-Potential ein neuer Artikel auf dieser Domain hat.

Eine extrem gute Linkbuilding-Methode, die kaum jemand umsetzt, ist der Linkaufbau auf neuen Content. Auch heute agieren viele Agenturen noch so, dass sie sich mit dem Kunden auf 5 bis 50 wichtige Unterseiten einigen und bauen dann exklusiv für diese Unterseiten Links auf. Das hat natürlich auch den größten Effekt auf die vereinbarten Kennzahlen, ist aber langfristig suboptimal. Eine normale Website, für die kein aktiver Linkaufbau betrieben wird, kann durchausCornerstone-Content haben, der so gut und zeitlos ist, dass er langfristig Links anzieht. In den meisten Fällen ist es aber auch normal, wenn neue Inhalte online gehen und sofort eine Handvoll Links bekommen. Gerade bei Blogs und Nachrichtenseiten ist dies der Fall. Mit solchen gefaktenLinkbaits kann man auf Media-Inhalte (insbesondere Bilder) auch mal Links von ausländischen Seiten setzen, ohne dass die Aktion im Entferntesten nach künstlichem Linkbuilding aussieht. Natürlich hilft ein solcher Link im ersten Moment weniger für das Ranking, aber langfristig stärkt man mit diesem Vorgehen die ganze Domain und bleibt unter dem Radar von Google.

Dass kaum eine Agentur diese Form des Linkaufbaus für ihre Kunden macht, kommt natürlich auch daher, dass viele Verträge immer noch auf Keywords basieren und nicht auf Sichtbarkeit, Besucherzahlen oder Umsatz durch Besucher aus der Suche.

Es wird viel über schwache oder schlechte Links aus den üblichen Quellen (Webverzeichnisse&Co) gesprochen. Was sind echte Alternativen?

Für schlechte Links gibt es meiner Meinung nach genug Quellen. Da braucht man nicht nach Alternativen suchen.

Meine Beobachtung ist, dass eine Website, die eine echte Marke aufbaut, Brandsearches bekommt und in den Medien erwähnt wird, nach wie vor mit Massen von „schlechten Links aus den üblichen Quellen“ sehr gute Rankings erzielen kann.

Ich selbst bin für diese Art der Low-Level-Links aber nicht der beste Ansprechpartner. Meine Devise war schon immer, mich dann in Webkataloge, Artikelverzeichnisse und Social Bookmark Plattformen einzutragen, wenn sie für eines meiner Keywords ranken und somit von Google als relevant angesehen werden. Zu Automatisierung und Masseneintragungen können sich andere äußern.

Funktionierende Linkquellen, die allerdings etwas mehr Arbeit erfordern als Webkataloge, sind Foren und Blogs. Wer etwas Fachwissen und Zeit mitbringt, kann hier gute Links abgreifen, die sogar Besucher bringen.

Wie stehe Sie zum Thema Linkabbau?

Wenn man von der ersten Welle von Meldungen über unnatürliche Backlinks in den Webmaster Tools betroffen war, sollte man Links vermutlich abbauen und die nicht abbaubaren melden. Ich sage bewusst „vermutlich“, weil keines meiner Projekte und keiner meiner direkten Kunden davon betroffen sind.

Ansonsten halte ich es für ausreichend mit guten, natürlichen natürlich wirkenden Links nachzubessern.

Was ich auf jeden Fall entsorgen würde, sind Keyword-Links aus Widgets, Templates usw. Auch dann, wenn die Linktexte wechseln. Da gehört ein Brand-Link rein und sonst nichts!

 

Themenspecial 2:

Klout:

Klout ist aktuell fast überall zu lesen. Was steckt dahinter und wo liegen die Potenziale?

Klout versucht den Einfluss, den eine Person im Social Web hat, mit einem Zahlenwert zwischen 1 und 100 auszudrücken. Dies geschieht automatisch für jeden Twitternutzer, da Klout diese Daten scrapt. Für registrierte Nutzer gibt es zusätzlich die Möglichkeit auch Daten von Google Plus und Facebook berücksichtigen zu lassen. Das Ergebnis sieht dann so aus:

 

Abbildung 3 Meine Klout-Score

 

Weitere Dienste, die von Klout unterstützt werden oder deren Implementierung geplant ist, sind LinkedIn, Foursquare, YouTube, Instagram, Tumblr, Blogger, WordPress.com, Last.fm, flickr, Quora, Yelp, posterous, livefyre, DISQUS, bit.ly und BranchOut.

Neben diesem automatischen Scoring, können Klout-Nutzer andern Nutzern +K für ein bestimmtes Thema geben. Wenn also z.B. Matt Cutts mich zum Thema SEO beeinflusst hat, denn gebe ich ihm +K in der Kategorie SEO. Das Ergebnis sieht dann aus:

Abbildung 4 Kategorien, in denen Matt Cutts andere Klout-Nutzer beeinflusst hat.

 

Die Vision hinter Klout ist, dass Firmen die Klout-Score und die Liste der Top-Influencer (die einflussreichsten Nutzer) in einzelnen Kategorien nutzen, um für sie interessante Personen zu finden.

Das kann für ein Hotel bedeuten, jedem Gast, der eine Klout-Score über 70 hat, ein kostenloses Upgrade zu geben. Natürlich in der Hoffnung, dass dieser Gast die nette Geste auf seinen sozialen Kanälen teilt.

Aber auch ganz gezielte Aktionen sind denkbar. Wenn ich zum Beispiel ein neues SEO-Tool launchen möchte, kann ich in der SEO-Kategorie auf Klout nach potentiellen Beta-Testern suchen. Natürlich auch wieder in der Hoffnung, dass sie über ihre Erfahrungen mit dem Tool schreiben. Ein schönes Beispiel, wie effektiv viraler Buzz von Seed-Usern sein kann, hat der Launch von Captain Onpage gezeigt (auch wenn hier nicht Klout genutzt worden ist, um die Betatester auszuwählen). Während der geschlossenen Beta-Phase sind immer wieder Zitate aus dem Tool wie „Malte, youareawesome!!1!“ oder „Ärmel hochkrempeln und ran an den Code“ auf Facebook aufgetaucht und viele SEOs haben sich natürlich gefragt was das soll, bzw. wo das herkommt. Die ersten 100 öffentlich freigeschalteten Accounts waren dann auch in unter 24 Stunden ausverkauft.

Noch kämpft Klout aber mit vielen Kinderkrankheiten. Werfen wir zum Beispiel mal einen Blick auf die Top +K Recipients (die Nutzer, die die meisten +K bekommen haben) in der Kategorie Health.

Abbildung5Call-To-Action für +K

 

Drei der Top 10 Nutzer, fordern in ihrem Profil dazu auf, ihnen +K zu geben und versprechen teilweise sogar, sich ebenfalls mit einem +K zu bedanken. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, wie sich Klout manipulieren lässt. ReTweet-Bots auf Twitter, gekaufte Likes auf Facebook und ein extremer Anstieg an Wall-Posts durch Geburtstagsglückwünsche sind weitere Beispiele. Besonders abartig wird es, wenn Nutzer anfangen, gefälschte Vermisstenanzeigen oder Aufrufe zur Knochenmarkspende auf Facebook zu posten. Wobei es dabei meistens eher um eine Manipulation des Edge Rank geht und der Anstieg der Klout Score nur ein Nebeneffekt ist.

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3 Antworten auf Interview mit Malte Landwehr inklusive Themenspecial

1.

Carsten Weddig

14. August 2012, 16:31 Uhr

Oh mehr Google+ Likes als Facebook? Wie kommt es?

Antworten

3.

Sascha Blank

21. August 2012, 15:22 Uhr

Tolles Interview mit vielen Interessanten Themen. Danke

Antworten

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