Interview mit Andrea Reitmeier

Nach der ersten Frau in unserer Interview-Serie folgt mit Andrea Reitmeier auch gleich die zweite Frau. Frauen sind wie schon erwähnt im Online Marketing keine Seltenheit mehr. Das ist auch gut so, denn gerade Frauen sind sehr kreativ und bringen spannende neue Ideen und Trends mit in den Marketing-Prozess. So ist es kein Wunder, das auch die Leitung von SEO- und Online Marketing-Abteilungen oft in Frauenhand sind.

 

Für alle die Sie nicht kennen, stellen Sie sich bitte kurz vor:

Na klar, ich bin Andrea Reitmeier, lebe als Exil-Bayerin schon seit über sechs Jahren in Berlin und arbeite seit knapp einem Jahr als Senior Manager im Online Marketing Team von mirapodo.

Wann war Ihr erster Kontakt zu Online Marketing?

Das ging schon Ende der 90er Jahre los, nur dass ich damals noch nicht bewusst an sowas wie „Online Marketing“ gedacht habe. Der eigentliche – wenn auch eher theoretische –erste Kontakt war dann wohl während dem Studium und so richtig losgelegt habe ich dann 2006.

Wie hat sich Online Marketing seit damals verändert und wo liegt die Zukunft?

Im Grunde ändert sich ständig was im Online Marketing und das ist auch das Schöne daran. Das ganze Thema ist aber viel komplexer geworden und es stehen inzwischen Budgets dahinter, wie man es sich damals niemals hätte ausmalen können. Ich würde allerdings nicht sagen, dass Online Marketing – zumindest in Deutschland – erwachsen geworden ist. Dafür bleiben oftmals zu viele Dinge auf der Strecke. In Zukunft müssen die einzelnen Disziplinen noch weiter zusammenwachsen und nicht so isoliert gesehen werden (Stichwort Customer Journey). Auch wenn es um datengetriebenes Performance bzw. Display Advertising geht, stecken wir noch in den Kinderschuhen und es wird Zeit, dass insbesondere auf Vermarkterseite der Groschen fällt. Mir fehlen hier oftmals Alternativen zu breit gestreuten Display- und herkömmlichen Retargeting-Kampagnen. Hier wird sich in Zukunft noch eine Menge tun (müssen).

Wie sieht der richtige Mix der verschiedenen Online Marketing Maßnahmen für Sie aus?

Das lässt sich natürlich nicht pauschal beantworten, sondern kommt auf das Produkt und die Zielgruppe an. Wichtig ist wie gesagt, dass man die einzelnen Kanäle nicht isoliert unter die Lupe nimmt sondern auch ihr Zusammenspiel betrachtet. So lässt sicher herausfinden, welche Kanäle allein gut funktionieren und welche Kanäle in der Customer Journey unterstützend wirken und somit ebenfalls wichtig sind für den Marketing Mix.

Was sind Ihre Lieblingswebseiten, Blogs …?

Um auf dem Laufenden zu bleiben was die Branche betrifft, folge ich ausgewählten Leuten auf Twitter. Das hat sich als gute News-Quelle erwiesen. Ansonsten gehört der Turi2-Newsletter zu meiner morgendlichen Lektüre.
In Sachen eCommerce ist mittlerweile http://etailment.de/ zum festen Bestandteil meines News-Feeds geworden.

Was tun Sie genau zur Zeit genau und womit verdienen Sie ihr Geld ?

Seit knapp einem Jahr bin ich als Senior Manager Teil des Online Marketing-Teams bei mirapodo. Wer meine Schuhsammlung kennt, der weiß, dass der Job wie gemacht für mich ist!

Bei mirapodo verantworte ich den Bereich Performance Advertising (Display, Retargeting…), den wir inzwischen komplett inhouse steuern – von der Mediaplanung bis hin zur Conversion Optimierung. Außerdem bin ich Teil des SEO-Teams und kümmere mich dabei hauptsächlich um das Thema Content und alles was dazu gehört. Ansonsten kommen noch jede Menge weitere Aufgaben dazu, wie das bei einem Start-Upeben so ist.

Nebenbei kümmere ich mich um kleinere eigene Projekte und probiere dort viel aus, um nicht Panda, Pinguin & Co. zum Opfer zu fallen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Da wir es im Online Marketing mit immer neuen Aufgaben und Möglichkeiten zu tun haben, gibt es zum Glück keinen typischen Alltag sondern immer wieder neue Herausforderungen.
Abgesehen davon bleibe ich natürlich jeden Tag am Ball, was sich gerade in der Branche tut, und habe meine aktuellen Kennzahlen und Ziele im Blick.

Was passiert gerade besonderes interessantes in der Marketing Welt? Und was können Sie uns an Details dazu sagen?

Alleine bei Google ist derzeit jede Menge los. Panda und Pinguin sollen die Qualitätsoffensive vorantreiben, die Produktsuche wird kostenpflichtig und Google+ drängt immer mehr in die SERPs und mausert sich zum Facebook-Konkurrent. Ich denke, dass sich da noch einiges tun wird. Ob die Suchergebnisse für den User dann tatsächlich „besser“ werden, bleibt abzuwarten.

In Sachen Display Advertising sind Realtime Bidding und Data Driven Display Advertising derzeit die Buzz Words schlecht hin. Natürlich ist es die Wunschvorstellung eines jeden Advertisers, jedem Kunden das für ihn in diesem Moment passende Werbemittel zum individuellen Preis anzeigen zu können. Allerdings wird momentan sehr viel darüber geredet, aber nur wenig gemacht.

Was kommt nach Ihrer Meinung spannendes im Social-Bereich auf uns zu?

Spannend ist auf jeden Fall, wie Google+ weiter auf Angriffskurs in Richtung Facebook geht.
Außerdem finde ich Pinterest interessant, das wird aktuell von vielen deutschen Online Shops noch unterschätzt.

Wie oft nutzen Sie Xing, Twitter, Facebook und Co?

Gefühlt andauernd ;)
Twitter und Facebook eignen sich auf dem Smartphone hervorragend um Wartezeiten im Stau oder am Bahnsteig zu überbrücken. Da kann man dann auch prima nebenbei auf Foursquare einchecken.

Warum und wie nutzen Sie Social Web, beruflich oder privat?

Die Grenzen zwischen beruflich und privat verschwimmen auf jeden Fall. Beruflich nutze ich insb. Twitter wie gesagt als News-Quelle und generell eignet sich das Social Web hervorragend um eigene Inhalte zu verbreiten.
Privat ist hauptsächlich Facebook eine gute Plattform um mit Familie und Freunden auf der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben. Früher habe ich mein privates Blog dafür genutzt, heute so gut wie gar nicht mehr.

Wie stellen Sie sich ihre berufliche Zukunft vor?

Also erstmal habe ich bei mirapodo noch jede Menge Ziele vor Augen, die ich in Angriff nehmen werde. Auf jedem Fall freue mich darauf, auch weiterhin bei vielen Neuerungen dabei zu sein, neue Möglichkeiten auszutesten und alles was das Online Marketing hergibt auszuprobieren.
Sollte ich dann irgendwann wirklich mal genug davon haben, verkaufe ich meinen Computer und mein Smartphone und eröffne eine Surfer-Kneipe auf Kiribati.

Was wollten Sie schon immer mal gefragt werden oder einfach nur loswerden?

Was ich auf jeden Fall nicht mehr gefragt werden möchte ist „Wofür brauchst du so viele Schuhe?“ und loswerden würde ich gerne eine Empfehlung für das großartige ModeblogDitis Fashion!

Welchen Tipps können Sie Neueinsteigern geben?

Nehmt nicht alles als gegeben hin sondern hinterfragt auch mal bestehende Gegebenheiten. Und an die Frauen da draußen: Habt keine Angst vor Online Marketing, SEO & Co. Macht mit und zeigt euch :-)

 

Vielen Dank Andrea Reitmeier für das interessante Interview.

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