Guest-Blogging: Wie das Fremdgehen gut geht

  22. Oktober 2013
4 Kommentare
gastbeitrag

Eric Kubitz fragt: Ist Guest-Blogging eigentlich böse? Jedenfalls ist Google auf dem Kreuzzug gegen Linkspammer, die am liebsten überall ihre Beiträge mit Links zu zweifelhaften Projekten hinterlassen möchten. Aber wie soll das gemessen werden?

Als mich Carsten Weddig gefragt hat, ob ich ihm hier einen Beitrag schreiben möchte, klapperten mir vor Angst sofort die Zähne. Denn Spam-Jäger Matt Cutts hat schon häufiger betont, dass Google misstrauisch gegenüber Guest Blogging  geworden ist.


Warum? Weil das eine häufige Art des Linkbuildings ist, auch uns erreichen täglich zweifelhafte Anfragen mit dem Kern “Ich schreibe dir einen tollen Beitrag und bekomme dafür einen Link”. Google zieht also gegen Guest-Blogging ins Feld, werde ich dann nicht zum Kollateralschaden dieses Kreuzzugs?

Naja, natürlich mache ich mir darüber keine Sorgen und lasse mir von Matt Cutts auch echt nicht vorschreiben, für wen ich was schreibe. Das wäre ja noch schöner! Und ich denke auch nicht, dass Google mich als Linkspamer brandmarkt, dank meiner vorhandenen Reputation. Aber wie ist das mit weniger bekannten Bloggern, auf was sollten Einsteiger achten?

Das hat Matt Cutts vor einigen Tagen beantwortet:

 

Er erklärt, auf was sein Spam-Team achtet. Gretus von SEO-United hat daraus einige Regeln für das Schreiben von Gastartikeln abgeleitet: http://www.seo-united.de/blog/seo/regeln-fuer-das-schreiben-von-gastartikeln-103.htm. Hier drei Punkte, die mir gut gefallen, zumal sie für Google auch messbar sind:

  • Vorsicht mit Keyword-Anchortexten, überhaupt sollten in einem Gastbeitrag nicht übermäßig viele Links zu finden sein.
  • Der Autor sollte als Experte zu dem Thema erkennbar sein. Dabei hilft natürlich ein gepflegtes Google-Plus-Profil.
  • NICHT sinnvoll ist es, wenn der Autor häufig fremdgeht aber nur selten auf seiner eigenen Seite schreibt.

Das macht auch alles Sinn. Was ich dagegen nicht als Regel akzeptiere: Dass man Gast-Blogbeiträge nicht unter 500 Wörtern verfassen sollte. Google weiß schließlich auch, dass ich mir bei einem Dienstleister ebenso 1000 Wörter Textbrei bestellen kann – und das ist dann nicht besser als 200 Wörter Murks. Deshalb habe ich – aus Trotz – versucht, hier unter 500 Wörtern zu bleiben. Außerdem braucht mich der Inhaber des Host-Blogs nicht in der Einleitung vorzustellen. Was soll das denn für ein Signal sein? Ebenso ist eine “nachvollziehbare Beziehung” zwischen Gast und Host meiner Meinung nach zu esoterisch.

Doch wenn man ein bisschen rechts und links schaut, findet man schnell weitere Signale, die für Google noch eine Rolle spielen: Denn die meisten Content-für-Link-Beiträge sind wirklich schlecht. Dank der Panda-Kriterien (Klickrate, Bouncerate, Verweildauer u.ä.) kann Google also schnell feststellen, ob diese Gastbeitrag im Vergleich zum Rest der Host- und der Autor-Seite abfällt.

Die oberste Regel ist also: Gib dir beim Guest-Blogging echt Mühe und denk an den Leser, wenn du auf fremde Seiten schreibst. Aber das sollte eh selbstverständlich sein. Oder?

Interessant in diesem Zusammenhang ist natürlich auch, wie sich der deutsche Ableger der Huffington Post voller unbezahlter Gast-Beiträge behaupten möchte. Zumal die Inhalte häufig zweifelhafter Natur sind. Andererseits: Dort herrscht schon fast pathologischer, ärgerlicher Link-Geiz. Aber DAS ist dann natürlich ein anderes Thema ;-)

 

eric-kubitzGastbeitrag von Eric Kubitz, er ist Autor, SEO und Teilhaber der CONTENTmanufaktur GmbH  in München. Mehr von ihm ist auf dem SEO-Book zu lesen, außerdem redet er gerne auf Konferenzen und ist Dozent an den Hochschulen in Augsburg und Ravensburg.

Bildnachweis:© detailblick – Fotolia.com

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4 Antworten auf Guest-Blogging: Wie das Fremdgehen gut geht

1.

Julian

22. Oktober 2013, 14:04 Uhr

Hi,

Toller Artikel! Nur eine klitzekleine Kritik: Du hättest Eric auch einen User-Account auf Deinem Blog machen können. So steht jetzt nämlich oben “Carsten Weddig”. :)

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2.

Carsten Weddig

22. Oktober 2013, 14:09 Uhr

Danke für das Feedback Julian! Du hast natürlich Recht, da sollte ich mal drüber nachdenken :)

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3.

Henning Uhle

22. Oktober 2013, 21:09 Uhr

So sehe ich das auch. Ich hatte bisher einen Gastartikel woanders schreiben dürfen. “Zum Dank” hätte ich für meine stundenlange Arbeit nicht mal einen Link zu meinem Blog bekommen. Der wurde mit Müh und Not im Nachhinein noch nachgepflegt.

Ich handhabe das ja so bei Gastautoren, dass die einen Zugang bekommen, sodass deren Artikel auch zuordenbar wären.

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4.

Robert Weller

30. Oktober 2013, 21:52 Uhr

Hi, interessante Gedanken die du zum Thema Guest Posting teilst.

Die Zahl der Wörter sehe ich auch nicht so dramatisch, aber für Google ist es wohl ein metrischer Wert, der leicht messbar ist und als Indiz für “gut recherchiert” oder “eben so dahingeklatscht” dient. Und die Keyworddichte fällt bei gleicher Anzahl in einem kurzen Artikel eben höher aus.

Aber wie du sagst: oberste Regel ist Qualität. Und damit geht auch die Regel “So lang wie nötig, so kurz wie möglich” einher.

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