Experteninterview mit Andreas Bruckschlögl von OnPage.org

  18. Februar 2014
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Wir sind besonders stolz, heute einen der Gründer von dem mehrfach ausgezeichneten Startup OnPage.org im Experteninterview zu haben. Andreas “Andi” Bruckschlögl einst als Super-Praktikant von Marcus “Mediadonis” Tandler gestartet, gehört heute zu einem der erfolgreichsten SEOs im deutschsprachigen Raum.

Für alle die Sie nicht kennen, stellen Sie sich bitte kurz vor:

Mein Name ist Andi Bruckschlögl. Ich lebe in München, bin Head of Inbound Marketing bei Tandler.Doerje.Partner und Geschäftsführer der OnPage.org GmbH. Seit kurzem bin ich Landesvertreter für Bayern im Bundesverband Deutsche Startups e.V. und dort zum Beirat in der Gesamtvorstandschaft gewählt worden.

Wann war Ihr erster Kontakt zu Online Marketing und SEO?

Das ist schon eine Weile her ;-). 2001 begann ich Lederwarenartikel wie Taschen und Rucksäcke aus dem Familienbetrieb meiner Mutter über eBay zu vertreiben. eBay war damals noch eine sehr kleine Community mit nur ein paar tausend Mitgliedern. Die Plattform wurde dann sehr schnell groß, wodurch auch die Gebühren für die Verkäufer spürbar angestiegen sind. Dies war der Grund, weshalb ich daraufhin einen eigenen Onlineshop aufbaute und nach weiteren kostenlosen Marketingkanälen gesucht habe. Hierbei bin ich dann recht schnell auf das Feld der Suchmaschinenoptimierung (SEO)  gestossen, was schnell zu einer wahren Leidenschaft für mich wurde.

Was tun Sie zur Zeit genau und womit verdienen Sie ihr Geld?

gruenderBei Tandler.Doerje.Partner unterstützen wir ausgewählte Kunden im Content-Marketing.  Bei OnPage.org bin ich Geschäftsführer und verantworte vor allem den gesamten Operations Bereich und das Business-Development.

Wie stellen Sie sich ihre berufliche Zukunft vor?

Natürlich macht man sich über die Zukunft und die berufliche Entwicklung viele Gedanken. Allerdings hat es sich für mich in der Vergangenheit gezeigt, dass sehr viele unerwartete Dinge passieren können. Wichtig für mich ist meinen Ehrgeiz stets einzubringen und meine Stärken gezielt einzusetzen. Ich bin niemand, der schnell aufgibt – immer hartnäckig bleiben lautet die Devise.

OnPage.org entstand auch eher durch Zufall. Wir haben uns nicht bewusst in einen Raum eingesperrt und überlegt was “the next big thing” sein könnte. Wir hatten auch kein Vorbild aus den USA, das wir kopieren wollten.

Durch Kundenprojekte haben wir festgestellt, dass es im Bereich der Webseitenoptimierung bislang noch kein Tool gab, dass die Arbeit durch intelligente Automatisierung erleichtert. Zunächst hat unser Innovationstreiber Jan Hendrik Merlin Jacob das Tool nur für unsere interne Zwecke gebaut. Erst deutlich später, als einige unserer Kunden und Freunde einen Prototypen sehen konnten, haben wir uns, aufgrund des fast schon euphorischen Feedbacks Ihrerseits, dazu breitschlagen lassen, dass Tool auch anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. So kam es eines zum anderen.

Ihr Name ist eng mit OnPage.org verknüpft, wie erklären Sie sich den Erfolg des Projektes?

Unser ganzes Team steckt jeden Tag unglaublich viel Herzblut in die Entwicklung des Produktes und überlegt Tag und Nacht, was man noch besser machen kann. Ich denke, dass unsere Kunden das einfach spüren.

OnPage.org ist ja ein Startup gewesen und als UG gestartet, gab es Probleme bei der Gründung und im Betrieb?

Es gab nicht direkt Probleme. Es waren vielmehr Hürden, die uns teilweise sehr überrascht haben. So war es beispielsweise nicht möglich, mit der UG ein Bankkonto zu eröffnen. Sämtliche Banken in München lehnten uns mit der Begründung “UGs bekommen bei uns kein Konto” ab. Dabei wollten wir dort lediglich das Geld für die Stammeinlage einzahlen. Nach etlichen Gesprächen mit vielen Banken hatte sich dann eine Bank bereit erklärt, das “Risiko” einzugehen. Auch Miet- und Leasingverträge waren nicht ganz problemlos abzuschließen. Die UG hatten wir damals nur deshalb gewählt, da wir noch nicht wussten, wohin sich unser Produkt hin entwickeln und was noch auf uns zukommen wird. Heute würden wir uns vermutlich nicht mehr für eine UG entscheiden.

Es gab ja zahlreiche Auszeichnung für Ihr Startup, kamen die unterschiedlichen Gremien auf Sie zu oder wie war der Ablauf?

captain_flyingDer erste Award wurde uns von eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., verliehen. Hier mussten wir uns zuerst mit einer kurzen Beschreibung über uns und unser Produkt bewerben. Die Jury fand diese spannend und lud uns zum Elevator-Pitch ein. Beim Elevator-Pitch mussten wir unser Geschäftskonzept innerhalb von 60 Sekunden vorstellen und danach diverse Fragen der Jury beantworten. Bei den anderen beiden Awards haben wir uns mit einem umfassenden Exposé beworben. Nichts was man schnell mal nebenbei erledigen kann, so etwas erfordert viel Zeit und Arbeit. Allerdings spornt die Verleihung eines Preises das ganze Team natürlich enorm an und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Mühe lohnt sich also!

Was dürfen wir in Zukunft noch an Neuerungen erwarten?

Unser Development Team entwickelt seit einigen Monaten ununterbrochen an Neuerungen. Ich darf an der Stelle leider noch nichts verraten, aber man darf auf jeden Fall gespannt sein.

Ihre größten Marketing oder Firmen Erfolge, auf die Sie stolz sind?

Innerhalb des letzten Jahres konnten wir kleinere und größere Erfolge verzeichnen. Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, das wir das alles zusammen im Team geschafft haben. Der Zusammenhalt und der Team Drive ist der größte Erfolg.

Wie hat sich Online Marketing verändert und wo liegt die Zukunft?

Meiner Meinung nach war es früher sinnvoll in einzelnen Marketing-Disziplinen Experte zu sein. Mittlerweile sollte man eher das ganzheitliche Marketing beherrschen. Im SEO beispielsweise ist es unabdingbar sich mit dem Userverhalten auf seiner Seite auseinander zu setzen. Also biete ich dem Suchenden auf meiner Webseite wirklich das beste Ergebnis oder springt er zu schnell wieder ab, was sich sowohl auf die Rankings als auch auf den Umsatz negativ auswirkt. Durch unzählige innovative Tools hat man heutzutage wirklich klasse Daten. Die Crux als guter Marketer ist es diese zu kombinieren, die Schwachstellen seiner Seite zu identifizieren und nachhaltig zu optimieren.

Wie sieht der richtige Mix der verschiedenen Online Marketing Maßnahmen für Sie aus?

Dafür gibt es keine pauschale Lösung – wäre ja auch viel zu einfach. Die richtigen Online Marketing Maßnahmen sind stets vom Unternehmen und Produkt abhängig. Oftmals muss man erst sehr viel testen um herauszufinden, was am besten funktioniert. Sind die Tests durchgeführt, sollte man den Fokus auf eine Disziplin setzen. Andere Maßnahmen sollten bestenfalls noch ergänzend eingesetzt werden.

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Gibt es aus Ihrer Sicht noch andere Möglichkeiten zum Linkaufbau oder ist Content-Marketing das Maß der Dinge?

Wenn man Content-Marketing richtig verstanden hat und nicht als Synonym für den  simplen Linkkauf sieht, ist es meiner Meinung nach die beste Form für Offpage-Optimierung.
Content Marketing ist eine hervorragende Möglichkeit für den Aufbau neuer eingehender Links. Man sollte allerdings eher mit kreativen Ideen und wirklich guten Contents punkten als stupide Links zu kaufen, die direkt auf eine Produktseite gehen. Das ist nicht nur algorithmisch erkennbar sondern auch für den Nutzer sehr verdächtig…

Content ist King, doch wie seede ich nach Ihrer Ansicht guten Content?

Das Seeding ist meist das kleinste Problem, auf das sich leider zu viele von Beginn an fokussieren. Viel wichtiger ist es jedoch richtig guten Content zu produzieren und zuvor eine gute Idee zu haben.
Die kann manchmal durch einen Blitzeinfall unter der Dusche kommen, teilweise muss man sich Tagelang den Kopf zerbrechen und recherchieren. Am Ende macht es sich bezahlt und wenn ihr mit der Grundidee dann richtig guten Content produziert, spart man sich beim Seeding viel Zeit.
Wie man am besten seedet kommt es stark auf die Branche und Zielgruppe an. Man kann Zeitungen, Fernsehsender, Blogger, Multiplikatoren in Twitter und/oder Facebook, Promis, Unis, etc angehen, also Medien oder Leute mit Reichweite, um den Ball zum Rollen zu bringen. Mit ein wenig Glück passiert der Rest dann von selbst.
Allerdings kommt es ab und an auch vor, dass selbst der beste Content nicht zieht. Beim Content Marketing gibt es einfach viele Faktoren, die passen müssen und wenn eine Stellschraube nicht sitzt, dann wird es schwierig. Hier ist es wichtig nicht den Kopf hängen zu lassen, sondern einfach noch einmal etwas anderes probieren. Fleiß und Ehrgeiz werden hier meiner Meinung nach immer belohnt.

Welchen Tipps können Sie Neueinsteigern geben?

Man sollte sich am besten an den beiden Zitaten orientieren:

  • Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
  • Stay Hungry. Stay Foolish. 

Schaut zu Beginn nicht auf Zeit und eingenommenes Geld. Denn die Rechnung wird nicht aufgehen und euch nur verzweifeln lassen. Lest und testet einfach sehr viel. Es gibt keine Zauberformel für Dinge, die gut funktionieren. Aber je mehr ihr testet, desto besser bekommt ihr ein Gefühl, was warum und weshalb funktioniert und könnt daraus Learnings ziehen, die euch weiterhelfen immer besser zu werden.

 

Vielen Dank Andreas Bruckschlögl für das interessante Interview.

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