Content zentrierte Webseite

  5. Juni 2013
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Content-zentrierte Websites: Frei vom Ego des Betreibers

Als Webdesigner hat man’s nicht leicht. Früher sollten Seiten nur gut aussehen, jetzt müssen sie auch funktionieren. Die Entscheidung zwischen Funktion oder Design gibt es nicht mehr. Irgendwo zwischen dem perfekten Design, in dem alle Elemente optimal auf das Auge des Betrachters abgestimmt sind und dem Höchstmaß an praktischer Funktionalität; in dieser Mitte, da liegt die perfekte Webseite. Um dieses Thema tummeln sich Hunderte. Online-Marketer, Texter, Grafiker, Unternehmensberater oder stilsichere Verwandte und Bekannte des Unternehmers. Wohin führt uns Pixel-Cowboys die Zukunft des Online-Marketings, und wem sitzt der Kunde zukünftig gegenüber wenn es heißt: „Wir brauchen eine gute Webseite“? Und welche Rolle spielt handgemachtes Webdesign dann überhaupt noch? Eine WordPress-Installation ist schließlich kostenlos, professionelle Designs aus der Box gibt’s fast umsonst. Und ohnehin entscheidet doch der Content heute über Sichtbarkeit, Nutzerbindung und Conversion Rates! Oder? Als Webdesigner hat man’s nicht leicht.

Was ist eine gute Webseite?

gute-webseiteViele Unternehmen machen die Erfahrung, auf einer Hochglanz-Seite zu sitzen, die aber nicht die gewünschten Erfolge bringt. Erfolg, das kann sein, wenn Nutzer zum Ziel kommen und eine gewünschte Aktion ausführen. Erfolg kann auch sein, wenn man überhaupt gefunden wird und dann auch von Nutzern, die nicht gleich wieder den Notausgang benutzen – auf zurück klicken oder den Browser schließen. Was ist eine gute Website? Sie stellt ihre Inhalte in die Dienste des Besuchers. Es geht nicht um meine Ansprüche an Design und Usability, es geht um die Ansprüche der Besucher, die diese Website gerne wieder besuchen sollen. In den Dienst des Nutzers kann ich eine Webseite nur stellen, wenn Gestaltung nicht zu einem Projekt der persönlichen Selbstverwirklichung wird. Im Zweifel: Das Design über Bord kippen! Eigene Befindlichkeiten und persönlicher Geschmack haben bei der Konzeption einer erfolgreichen Website oder Landing Page nichts zu suchen.

Das Auge surft mit

auge-surft-mitJetzt könnte man meinen, der Carsten Weddig, der spinnt! Geht’s nicht immer um gutes Design, das richtig gut aussieht? Natürlich tut es das. Content-zentriertes Design hat nichts damit zu tun, ästhetische Ansprüche und Vorgaben wie zum Beispiel aus dem Corporate Design abzusägen. Aber das Design gewinnt den Nutzer nur im ersten Augenblick. Was geschieht dann? Die meisten Unternehmen denken sich nicht genug in den Nutzer hinein. Der steht vor einer enormen Auswahl aus anderen Seiten und Inhalten und wird seine Zeit nur dann in mein Angebot stecken, wenn er das Gefühl hat, dass es den Versuch wert ist. Orientierung ist das Stichwort. Die Content-zentrierte Webseite ist da.

  • Welche Gestaltung und welche Aussagen unterstützen den Nutzer in seiner Entscheidung, tiefer in die Inhalte einzusteigen?
  • Wie können Inhalte in ästhetischem Gewand transportiert werden, ohne dass die Seite unübersichtlich und überladen wird?
  • Was stelle ich grafisch dar: Mich und mein Team oder eine Lösung für die Bedürfnisse meiner Besucher?
  • Fragen beantworten: Welchen Grund gibt es, die Seite nicht sofort vom Netz zu nehmen? Was macht die Präsenz zu einem unersetzlichen Auftritt, den die Internetgemeinde und ihre speziellen Vertreter brauchen? Anders gesagt: Will ich auf dieser Seite nur etwas verkaufen, oder will ich sofort Nutzen bieten?
  • Zeigt Eure Seite Bekannten, Verwandten, Freunden und Geschäftspartnern und integriert deren Reaktion in Inhalte und Design. Welche Elemente gefallen Außenstehenden, welche nicht? Versteht ein frisches Augenpaar, um was genau es auf dieser Seite geht?
  • Visuelle Darstellung darf nicht zu technisch sein: Setzt starke Bilder von Euch und Eurem Alleinstellungsmerkmal in den Kopf der Besucher. Hübsche Fotos sind nett – Visualisierungen, die Euren Nutzen zwingend herausstellen, überlebenswichtig. Ergänzt diese starken Bilder mit sachlichen Argumenten, warum Ihr der Problemlöser Nummer 1 Eurer Zielgruppe seid. Entwickelt Euer Alleinstellungsmerkmal in Einklang mit der Website.
  • Könnten Journalisten aus Euren Inhalten einen Beitrag recherchieren? Wenn nein, bietet Ihr die Informationen am falschen Ort oder in zu geringem Maße.
  • Haltet nicht an einer Version Eurer Webseite fest. Nehmt Euch regelmäßig Zeit, Design und Inhalte komplett in Frage zu stellen. Stehen Sie noch im Dienst des Besuchers?

Design trägt Inhalt und umgekehrt

design-inhaltTypografie spielt im Design eine zentrale Rolle. Das geschriebene Wort darf online aber nicht mehr für die Gestaltung eingesetzt werden, ohne einen stichhaltigen Nutzen zu bedienen. Jedes überflüssige Wort kann schaden. Themen wie die Keyword-Dichte haben sich erledigt, es gibt also keinen Grund mehr, Text als Füllmasse zu missbrauchen. Trotzdem können wir mit Elementen wie Überschriften, Text in Spalten oder Slider-Beschriftungen unseren Ansprüchen an Design und Ästhetik gerecht werden und dem Nutzer Orientierung als Antwort auf seine Bedürfnisse geben. Die technische und grafische Lösung ist dabei der Nachfrage des Nutzers untergeordnet. Was will der? Was trägt er im Kopf und für welche Probleme wünscht er eine Lösung? Was ist sein konstantes Grundbedürfnis und welche Fragen ergeben sich daraus? Wer eine Website nach diesem Gusto baut, der feilt am Grundgerüst einer neuen Seite, die die Welt braucht. Dann dürfen gerne die Usability-Experten ran. Dann darf sich der Designer austoben. Dann dürfen persönlicher Geschmack von Dienstleister und Kunden auf die Gestaltung Einfluss nehmen. Alles ist ok, wenn Design und Aufbau der Webseite die Bedürfnisse des Nutzers integrieren.

Die Webseite wird zur Story

webseite-wird-zur-story„Wie sind die Besten“ will erst mal bewiesen werden. Ansprechendes Design kann diese Assoziation heute nach wie vor unterstützen. Vertraue ich dieser Seite? Das fragt sich nicht nur Google! Sauberes Design, geniale Farben und Elemente wie Kundenstimmen, Siegel von TÜV und Co. tun natürlich weiterhin gute Dienste. Aber vor allem will der Nutzer jetzt eine Antwort auf seine Fragen. Muss er noch weiter suchen, vergleichen, „Firmenname Erfahrungen“ in Google eingeben oder wird er in den Bann der Inhalte einer ansprechenden Seite gezogen? Der Webdesigner von heute hat die Pflicht, sein Design mit einer inhaltlichen Logik zu paaren und den Auftraggeber in die Verantwortung zu ziehen, Aussagen über die künftigen Besucher dieser Seite zu treffen. Denn verkaufen wollen viele. Nur so entstehen neue, einzigartige Webseiten, die mehr sind als schön, sondern beliebt.

 

Bildnachweis:  © varijanta – Fotolia.com, © Santiago Cornejo – Fotolia.com, © julynxa – Fotolia.com, © koya979 – Fotolia.com

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